Sonntag, 23. Juli 2017

Orsola Skirt - By Hand London

Vor dem Orsola Dress nähte ich einen Orsola Skirt, um die Passform zu testen und um ihn am 25jährigen Abi-Treffen zu tragen, denn ich war der Meinung, dass mein Kleiderschrank für diesen Anlass nicht das Richtige bot. 


Abgesehen davon, dass der Rock erst nach zweimaligem Waschen zu einer Größe geschrumpft ist, die passt, gefiel mir das dazu genähte Oberteil Coppelia von Papercut Patterns nicht, das für sich alleine sehr schön ist - ich habe es schon häufiger genäht - aber als gewickeltes Oberteil nicht zum gewickelten Rock passt. Am Bauch bzw. Rücken oder an der Körpermitte baumeln dadurch so viele Bänder, dass es mir einfach zu viele waren.


Für ein weiteres neues Kleid zum Abi-Treffen hatte ich keine Zeit mehr. In meinem Kleiderschrank fand ich dann überraschenderweise doch noch das für den Anlass richtige Kleid, in dem ich mich an dem Abend sehr wohl gefühlt habe.

Um den Rock zu tragen, fehlte nun also ein passendes Oberteil. Da ich noch ein wenig Reststoff hatte, nähte ich das um ca 4 Zentimeter verlängerte Oberteil vom Sallie Jumpsuit (Closet Case Files), das ich seit erscheinen des Schnittmusters häufig genäht habe. Zwar hängen auch hier wieder vier Bändchen am Körper aber an den Schultern und nicht an der Körpermitte.


So richtig glücklich war ich mit dieser Kombination aber zunächst auch nicht. Ich nahm sie mit nach Paris, zog sie an, sah mich im Spiegel und beschäftigte die anwesenden hilfreichen, näherfahrenen Frauen fünfzehn Minuten mit der Länge der Bändchen, da mir mein Anblick nicht gefiel. Normalerweise ziehe ich etwas an, gucke in die Spiegel und bin fertig. Schließlich zog ich an dem Tag etwas anderes an und die Kombination verschwand ungetragen im Koffer. Das hat mich sehr geärgert, da dies ja nun bereits das zweite Oberteil war, das mich nicht glücklich machte.

Für ein anderes Kleid kaufte ich einen trägerlosen BH und versuchte es damit erneut und  - oh Wunder - das Oberteil sitzt und die Kombintion gefällt mir. Erstaunlich, welchen Einfluss Unterwäsche auf die Oberbekleidung hat.

Das Oberteil vom Sallie Jumpsuit habe ich nicht nur ein wenig verlängert sondern jeweils an den Seiten zur Taille hin etwa um zwei Zentimeter verschmälert. Beim Jumpsuit wird an der Taille ein Gummiband eingezogen, auf dieses habe ich verzichtet.


Der Orsola Skirt ist ein sehr schnelles Projekt. Hält man sich an die Vorgaben von By Hand London wird der Wickelrock aber etwas weit. Liegt man zwischen zwei Größen, kann man die kleinere wählen. Besser ist es jedoch, die Schnittteile an Taille und Hüfte nachzumessen. Das habe ich - wie so häufig - leider versäumt, da ich mich gerne auf die Angaben des Herstellers verlasse.

Ich habe Variante drei genäht, dabei aber vorne einen geraden Saum beibehalten. Die Länge habe ich nicht verändert. Varianten 1 und 2 sind das Wickelkleid mit geraden bzw. geschwungenem Saum.
Orola-Instruction booklet.pdf

Ausgebreitet sieht der Rock dann so aus. Die rechte und linke Seite sind gleich lang, die Perspektive beim Fotografieren verzehrt das Bild.


Mein Orsola Wickelkleid hatte ich auf der sehr langen Fahrt nach Paris an. Es hat mich auf dem Weg zur Wohnung ein klein wenig in den Wahnsinn getrieben, weil der Rücken aufstand und sich durch die über die Schulter hängende Tasche immer mehr auseinander zog. Meine lieben Mitreisenden sagten, dass das nicht schlimm sei. Für mich schon. Ich zog mich für den Rest des Tages um. By Hand London veröffentlicht im Moment tatsächlich Bilder, die den hängenden Rückenausschnitt als Tragevariante zeigen. Ich bin mir nicht sicher, ob das von Anfang an so geplant war.

Den Rock mit dem Trägertop habe ich letzte Woche getragen und mich sehr gefühlt. Wie auch das Kleid, lässt er kurze Fahrten mit dem Fahrrad zu und ist ansonsten sehr bequem.


Zusammenfassung: Mir gefällt das Orsola Dress/Skirt. Es erfordert bei mir jedoch einige Anpassungen bevor es perfekt sitzt. Vor allem sollte man die Weite an Brust, Taille und Hüfte ausmessen. Das Aufklaffen am Rückenausschnitt kann verhindert werden, indem das Oberteil eine passgenaue Länge besitzt. Bei mir sind immer noch 4 Zentimeter (vielleicht sind diese aber auch bei der langen Zugfahrt erst durch Dehnung entstanden) zu viel.

Richtig. Lang ist die Fahrt von Karlsruhe nach Paris in der Regel nicht. Da mein Zug aber immer wieder still stand, hat sie nicht 150 Minuten sondern über fünf Stunden gedauert. Der Ostbahnhof, an dem ich ankommen sollte, wurde wegen einer Bombe geräumt...

1 Kommentar:

  1. Eine superschöne sommerliche Kombination! Sowohl das aufspringende Rückenteil als auch die Bahnhofssperrung sind natürlich super nervig, aber du hattest hoffentlich trotzdem ganz viel Spaß in Paris!? Liebe Grüße, zuzsa

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