Sonntag, 4. März 2018

Bristol von Orageuse

Ein schnelles Projekt sollte das Kleid "Bristol" von Orageuse am Wochenende werden, nach einem Vormittag fertig sein. So hatte ich es mir zumindest vorgestellt, denn schließlich besteht das Kleid auf den ersten Blick nur aus drei Schnittteilen.


Doch die Zeit steckt in den Details, die auf dem Bild oben kaum auffallen.

Die kleine Knopfleiste auf der Schulter ist notwendig damit man das Kleid über den Kopf ziehen kann, sie lässt sich also öffnen und  kann nicht einfach durch das Annähen von Knöpfen simuliert werden.

Die Ärmel haben ein schmales Bündchen und einen Schlitz mit dessen Einfassung ich bestimmt eine Stunde verbracht habe, weil ich soetwas nur sehr selten genäht habe.

Zudem hat die zwar bebilderte aber für mich noch sehr kurz gefasste Anleitung dazu geführt, dass ich zahlreiche Nähte mehrmals aufgetrennt habe oder in der Anleitung nach notwendigen Schritten gesucht habe, die nur in einem kurzen letzten Satz erwähnt werden, den ich zunächst überlesen hatte. Die Anleitung gibt es wahlweise in Englisch oder Französisch. 

Ohne die Anleitung, allein mit den Markierungen auf den Schnittteilen, wäre ich vermutlich schneller gewesen...

Quelle: http://orageuse.com/boutique/robe-bristol/, 04.03.2018

Das Kleid habe ich aus einem Polyester Crepe aus meinem kleinen Lager genäht. Normalerweise bin ich kein Freund von diesem Material. Gekauft habe ich ihn 2015 während des ersten Näh-Bloggertreffens in Köln. Da mir das Muster gefällt, sich der Stoff sehr schön anfasst, weich ist und schwer fällt konnte ich aber nicht widerstehen, ihm eine Chance zu geben. Geplant war ein Rock, nun kam es anders...


Eigentlich soll das Kleid ohne Gürtel getragen werden. Den Gürtel habe ich genäht, um das Kleid ein wenig auf Figur zu bringen, weil ich dachte, dass das nötig sei. Überraschender Weise gefällt es mir auch ohne, so dass ich es vermutlich mal mit und mal ohne tragen werde.


Vor einigen Wochen habe ich das Top "Paris" mit langen Ärmeln von Orageuse genäht. Da mir die Ärmel zu eng waren und es über der Brust ein wenig spannte, habe ich das Kleid in Größe 40 genäht und damit eine Nummer größer als das Top. Die Ärmel sind immer noch eng. Sucht man im Netz nach Bildern, fällt auf, dass die Ärmel häufig knapp sitzen. Es war also eine gute Entscheidung. Am Rest des Körpers wäre Größe 40 ggf nicht nötig gewesen. Ist aber nun sehr bequem.

Außerdem habe ich das Kleid um 10 Zentimeter verlängert und anschließend nur mit einem Rollsaum versehen, da es mir sonst zu kurz geworden wäre. Ein zweites Kleid werde ich um weitere vier Zentimeter verlängern.

Dank Jenny vom Blog "Rat und Naht" bin ich auf die Idee mit dem Rollsaum gekommen. Sie ist Makenbotschafterin für Bernina und stellte auf deren Blog den Rollsaumfuß vor. Ich habe keine Bernina - die sind sooo teuer!! - aber eine Nähmaschine, bei der der Rollsaumfuß zur Grundausstattung gehört. Er funktioniert genauso wie der Berninafuß. Wenn man den Stoff ca 5 mm nach links klappt, eigentlich nur sanft die Richtung vorgibt, entsteht ein perfekter Rollsaum. Nach dem ersten Versuch war ich total begeisert und habe mich gefragt, warum ich ihn nicht schon häufiger benutzt habe. Er macht sich bestimmt auch bei Futterstoffen gut.


Ich finde, dass Orageuse zur Zeit zu den interessantesten Schnittmusterfirmen gehört. Neben dem Top "Paris" habe ich auch die Hose "Bruges" genäht, die wirklich gut sitzt. Gezeigt habe ich hier allerdings weder Hose noch Top. Oben habe ich ja bereits geschrieben, dass die Ärmel recht eng sind. Außerdem habe ich auf der ÄnNäherung Mitte Januar die Schulternaht geöffnet, um die Schulterpartie anzupassen. Seitdem bin ich mit dem Top noch nicht weitergekommen.

Die Hose ist - trotz meiner kurzen Beine - so kurz, dass ich mich an ihren Anblick noch etwas gewöhnen muss. Ich werde aber bestimmt eine zweite nähen, die ich um 10cm verlängere, weil die erste wirklich schön ist.

Ich wünsche allen LeserInnen einen guten Start in die Woche! Es wird FRÜHLING!!

Und nicht vergessen: Am Mittwoch, den 7. März ist Me Made Mittwoch!!

Kommentare:

  1. Kaum zu glauben, dass das Kleid aus nur 3 Schnittteilen besteht. Ich finde es sehr schön und die Arbeit hat sich gelohnt. LG Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gefühlte drei Schnittteile. Durch die kleine Schleife und die Ärmelsäume kommen noch mindestens drei dazu.
      Danke. Ja, mir gefällt es auch sehr!
      LG, Nina

      Löschen
  2. Tolles Kleid, finde auch, die Arbeit hat sich gelohnt, gefällt mir sehr, mit und ohne Gürtel.
    Liebe Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen
  3. Superschön; Stoff und Schnitt passen perfekt zusammen; sieht für mich ein wenig nach Sixties-Style aus und ich finde es ohne Gürtel stimmiger, als mit, aber das ist Geschmacksache.
    Ich bin auch nicht so der Freund von Polystoffen, habe aber auch schon einen Polystoff wegen des für mich überzeugenden Musters und der Farben für ein Shirt gekauft, das wunderbar fällt und sich auch wirklich gut trägt; manchmal gibt es eben gute Gründe für solche Stöffchen.
    LG von Susanne

    AntwortenLöschen
  4. Klasse Kleid ob nun mit oder ohne Gürtel- Beides steht Dir wunderbar.
    Das ist ein "Zeitloses" und somit unbedingt WERTVOLL!!!
    Liebe Grüße von Angela

    AntwortenLöschen
  5. Wow, tolles Kleid. Den Schnitt hatte ich mir auch schon mal angeschaut, aber erst bei Dir gefällt es mir richtig gut!
    LG

    AntwortenLöschen
  6. Das Kleid steht Dir wirklich sehr gut! Vermutlich sind die schmalen Ärmel und die Brustabnäher der Grund warum das Kleid trotz der wenigen Teile nicht nach Sack aussieht. Der gebundene Halsausschnitt gefällt mir sehr, ansonsten gefällt mir ohne Gürtel besser. Irgendwie braucht das Kleid das garnicht.
    LG
    Martina

    AntwortenLöschen