Montag, 11. April 2016

ZSA 02/2016 - Herausforderung Hose

Heute ist das letzte Treffen vor dem Finale des Zeitschriften Sew Alongs 02/2016 von Jenny (buxsen.blogspot.de). Diesmal sollen Modelle aus den März und April Ausgaben der Burda Style 2016 sowie aus der Burda Easy genäht werden.

Vorgenommen hatte ich mir einen Rock, eine Hose und ein Kleid aus den beiden Burda Style-Ausgaben zu nähen. Zum Rock soll es eine Shirt-Bluse nach Gertie Hirsch geben. Sie hat sich irgendwie dazu geschummelt.

Beim letzten Treffen war der Rock zugeschnitten. Das ist er noch immer und keine Naht genäht. Das Kleid ist noch nicht kopiert. Obwohl ich Ende März relativ viel Zeit hatte, habe ich kaum an der Nähmaschine gesessen, so dass der zugeschnittene Rock erstmal liegen geblieben ist.

Um aus meiner kleinen Nähkrise wieder herauszukommen, habe ich kurz entschlossen die Shirt-Bluse zugeschnitten. Sie ist fertig, da sie sich relativ schnell und problemlos nähen lässt.

von vorne

von hinten

Sie hat bei mir für einen kleinen Motivationsschub gesorgt, so dass ich mich zunächst meinem Angstgegner "Hose" gestellt habe. Sie ist fast fertig und ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. 


Trotzdem würde ich mich über Hilfe oder Tipps sehr freuen. Denn zum einen wirft die Hose unterhalb des Popos Falten. Da dies nicht die letzte Hose wird und das Problem sicherlich auch bei anderen Schnittmustern auftauchen wird, würde ich mich über einen Tipp freuen, wie ich das Schnittmuster anpassen kann, so dass diese nicht mehr auftauchen. Vermutlich ist unterhalb des Popos zu viel Stoff.


Ja, und dann gibt es da noch ein Problem mit den Seitentaschen. Sie stehen auf.


Mit den Falten unterhalb des Popos kann ich gut leben, mit den aufstehenden Taschen eher nicht. Ich habe den Bund bereits einmal wieder abgelöst und die Taschen anders angenäht, leider löst das das Problem nicht. Erschwert wird die Lösung des Problems durch die Taschenklappen, die mit der Naht bündig abschließen und damit großartige Veränderungen nicht zu lassen. 

Beim Fotografieren kam ich auf die Idee, die Seitennähte zu trennen und die Taschen ca 1cm weiter unten an der Seitennaht festzunähen. Vielleicht ist das die Lösung des Problems?


Es ist jedoch auch möglich, dass ich bereits beim Kopieren des Schnittmusters einen Fehler gemacht habe. Weil meine Taille im Verhältnis zu meinen Hüften recht schmal ist, liegen dazwischen 1,5 Größen. Ich habe also die Schnittlinien von der Taille zur Hüfte hin um 1,5 Größen auslaufen lassen. Da sich genau dort die Taschen befinden, habe ich diese Linien möglicherweise ungleichmäßig eingezeichnet und dann dementsprechend falsch zugeschnitten. Das wäre sehr ärgerlich.
Trotz dieser Anpassung habe ich an der hinteren mittleren Naht bestimmt 2 cm herausgenommen bis die Hose am Popo anlag.

Am Hosen-Nähen finde ich besonders ärgerlich, dass man sich mit jeder Menge Details abmüht bevor man weiß, dass die Hose passt. So auch bei dieser Hose. Die Taschenklappen werden als erstes genäht und bevor es richtig losgeht, bekommt die Hose auf der rechten Po-Seite eine Paspeltasche. Diese hat mich viel Mühe gekostet und ich war zwischenzeitlich so weit aufzugeben, weil sie so unglaublich hässlich war. Ich musste jedoch feststellen, dass sie mit jedem "Nähschritt" ansehnlicher wurde.

Mit Hilfe des Buches "Schnittkonstruktion in der Mode. Zusammennähen und letzter Schliff" von Teresa Gilewska und der Burda-Anleitung war sie plötzlich fertig. Dabei habe ich aber leider die fertige Taschenklappe vergessen. Da die Tasche nicht aufspringt, bleibt sie so.

Mit folgenden Arbeitsschritten kam ich zum Ziel:
  • Paspeleinsatz mit Einlage verstärken, Markierungen vom Schnittmuster übernehmen und mit einem Faden für die andere Seite sichtbar machen.

  
  • Paspel auf die RECHTE Stoffseite legen. Paspelstreifen festnähen. Abstand der Naht zur Bruchkante entspricht der fertigen Paspelbreite. Die Bruchkante der Paspeln zeigen nach oben bzw. unten im Bild. Die offenen Seiten zeigen zueinander.


  • Taschenschlitz einschneiden. Dabei nicht die Paspel treffen!


  • An den Enden des Schlitzes schräg bis in die Ecken der Naht einschneiden, dabei die Naht nicht beschädigen. Fäden entfernen.


  • Paspel nach innen wenden.


  • An dieser Stelle wollte ich aufgeben. Das ist ja so hässlich.


  • Durch ziehen an den Enden wird es etwas besser. So sieht das ganze auf der linken Stoffseite aus.


  • Die Paspel knappkantig absteppen. Diese Nähte habe ich wieder entfernt und neu gesteppt, von dem Ergebnis aber leider kein Foto.


  • Anschließend (oder vorher?) die kleinen Ecken an der Paspel festnähen.

 

Das Ergebnis ist tragbar. Bei weiteren Hosen werde ich dann auch die Taschenbeutel aus weicherem und dünneren Material zuschneiden damit sie sich nicht so abzeichnen.


 Wie ich den Reißverschluss eingenäht habe, habe ich vor zwei Wochen beschrieben.
 

Bis zum Finale des ZSA 02/2016 am 25.04. wird die Hose fertig sein und auch den Rock werde ich noch nähen. Für das geplante Kleid fehlt leider die Motivation und damit auch die Zeit. Obwohl, diese Bilder, die ich am Sonntag entdeckte, sollten mich meine Entscheidung nochmal überdenken lassen...

 Bei Jenny treffen sich ab heute die ZSA-Teilnehmerinnen.

Kommentare:

  1. Die Bluse sieht schon ganz entzückend aus, der Stoff ist toll.
    Ich möchte die Hose ja auch nähen, bin aber über den Zuschnitt noch nicht hinaus.
    Aufspringende Seitentaschen sind ja ärgerlich; vielleicht ist die Hose in diesem Bereich ein wenig eng, so dass die Taschen durch den Zug aufspringen? Vielleicht kannst du da noch etwas auslassen.
    Querfalten unterm Po deuten nach Burda auf das Problem flacher Po. Schau mal auf der Burdaseite unter Anleitungen-Nähen-flacher Po; dort wird gezeigt, was in diesem Fall zu tun ist.
    Ich sage das mal alles ohne Gewähr, da ich keine Änderungsexpertin bin. Ansonsten frag doch mal bei Julia, Sewing Galaxy an, ob sie dir helfen kann.
    LG von Susanne

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  2. Das ist ja interessant. Ich hab die gleiche Hose genäht und ich bin von der Passform begeistert. Obwohl ich auch schon die Falten unter dem Hintern befürchtet habe - was bei mir immer der Fall ist - ist es bei der Hose erstaunlich gut geworden.
    Leider kann man die Falten nur im Schnitt und nicht an der Hose selbst korrigieren. Ich habe auf meinem Blog einen Post dazu. http://zufallwennsklappt.blogspot.de/2014/07/endlich-der-durchbruch-bei-der-hose-3.html
    So hätte ich es versucht, das Problem zu lösen, wenn es bei mir aufgetreten wäre.
    Zu den Taschen: Die stehen bei mir auch etwas auf. Ich habe das Gefühl, die passen nicht so recht an die dafür vorgesehene Stelle, sie sind etwas zu groß.
    Aber ansonsten finde ich die Hose super, und ich würde auch sagen, mit den Falten kann man leben.
    LG, Sandra

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  3. Oje, ist das ärgerlich. Im nachhinein wäre natürlich ein Probemodell weniger aufwändig und verlustreich gewesen.

    Aber zu den Passformproblemen selbst.

    1) Dir fehlt vorne (an der Vorderhose) Weite im Schritt. Das zeigt sich an den Zügen zu den Oberschenkeln. Möglicherweise fehlt sogar zusätzlich hinten etwas Schrittweite, da ergeben die Züge auch so ein sternförmiges Bild, als ob der Stoff an einer Stelle reingezogen wird. Zum Probieren am besten Innenbeinnaht öffnen und Zwickel zwischenstecken.

    2) Wieviel Stoff am Hinterteil zu viel ist, siehst Du erst, wenn das Schrittproblem "gelockert" ist. Dann kannst Du die Falte in einer Art Abnäher wegkneifen und die Änderung in den Schnitt übertragen. An dieser Hose wirst Du es allerdings nicht mehr spurlos geändert kriegen.

    3) Die Taschen scheinen aufzustehen, weil der Tascheneingriff ein klein wenig mehr Länge hat als die Hose darunter: auf dem einen Seitenbild bilden sich Querfalten auf der Hüfte (könnte natürlich auch Zufall und durch die Bewegung entstanden sein). Vielleicht sind die Taschenkanten auch ein wenig ausgedehnt und dadurch, dass sie durch Einlage plus Klappen total steif sind, macht sich das so stark bemerkbar. Das ist aber aus der Ferne nicht zu entscheiden. Wenn Du an Seitennaht und Bund etwas von der Mehrlänge wegstecken kannst, ohne dass neue Züge entstehen, mach die Nähte auf und schieb die Mehrlänge rein. Aber erst nach den grundlegenden Passformänderungen, die Taschen sind reine Oberflächenanpassung!

    Es gibt verschiedene Methoden zum Anpassen von Hosen. Eine sehr pragmatische finde ich die von Peggy Sagers, zudem haben ihre Videos den Vorteil, kostenfrei zu sein:
    The contemporary pant: https://www.youtube.com/watch?v=-7DVueYP33Q
    Jeans - fit to make you slim: https://www.youtube.com/watch?v=KH3CQW3dj4Q
    (Ich hoffe, ich habe die richtigen Videos erwischt.)

    Viele Erfolg und viele Grüße
    Ursula

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  4. hallo,
    also ich hab die Hose auch genäht und mag die Passform sehr. allerdings hab ich das problemlos den aufspringenden Taschen auch! so sitzt sie bei mir besser. nakerist jat einen Kurs über Anpassungen von Hosen im Programm!
    liebe Grüße
    nicole von Mini-Wölkchen

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  5. Zur Hosenanpassung habe ich keine Ahnung. Höchstens, ob vielleicht das Taschenfutter etwas zu eng ist. Das war mal bei mir so, als ich es größer gemacht habe, klaffte die Tasche nicht mehr so auf. Das Futter war allerdings bei der Hose im Schlitz mit angenäht. Das war die Hose, die ich von einer Kaufhose kopiert hatte, da hatte ich keine optimalen Schnittteile. Bei der 1. gings, bei der 2. war ein großer Zug auf den Taschenbesatz und die Tasche klappte auf.
    Aber wie gesagt, eigentlich keine Ahnung.
    Die Bluse ist so schön. Die möchte ich auch Und der Stoff ist supertoll
    lg monika
    Stoffmarkt in 2 Wochen?

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  6. Ich kann dir konkret bei deiner Hose nicht helfen aber ich habe das Problem Hosen mit Hilfe einer Frau, welche Schnittkonstruktion studiert hat, in den Griff bekommen. Ich habe mich vermessen lassen und mir wurde ein Hosenschnitt meiner Wahl angepasst. Diesen verwende ich nun immer um die Schnitte zu vergleichen und zu ändern. Wenn du generell auch Hosen nähen möchtest , dann ist das sehr gut investiertes Geld und viel Frust habe ich mir auch gespart.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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  7. Also erstmal meinen Respekt, das du dich brav mit den ganzen Taschen abgemüht hast. Sie sind gut gelungen. Mir geht es auch immer so, daß ich erstmal fix die wichtigsten Teile zusammenfügen möchte, um die Passform zu prüfen.
    Bei deiner Hose fällt mir auf, daß du unterhalb des Reißverschlusses noch bisschen zuviel Stoff hast. Das gleiche Phänomen taucht auch bei ir immer auf. Ich wüsste gern, was man da ändern kann. Aber sonst ist die Hose schon ganz schön.
    lG Claudia

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  8. oh je, da kann ich leider nicht helfen - mit Hosen bin ich echt überfordert :-) zum Glück hast du ja schon recht detaillierte Tipps gekriegt, ich wünsche dir viel Erfolg! lG Miriam "Mecki macht"

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  9. Ich würde tippen, dass die Schritttiefe nicht stimmt. Und ja, vorne wirst du vermutlich etwas Weite zugeben müssen, allerdings nur im oberen Bereich. Und ein schönes Tutorial, vielen Dank!

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  10. Hey, die schaut ja schon super aus und Susanne und Sandra können dir bestimmt die besten Tips geben, denn sie nähen auch diese Hose und sind erfahrene Burda-Näherinnen.... Ich hab sowieso noch nie eine Hose genäht...
    Ich wünsche dir noch alles gute beim Umsetzen deiner Pläne und freue mich schon aufs Finale! LG Stefi

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  11. Für die Feinheiten wie Taschen und Verschlüsse habe ich mir neulich noch zwei Kurse bei Makerist gegönnt. Ich habe auch wirklich Angst vor der Hose- und dann noch unter Druck! :-)
    LG,
    Jenny

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  12. Mit meiner Hose hinke ich auch ziemlich hinterher, aber deine sieht doch schon super aus. Die Taschen vorne, das würde mich auch stören, ich denke, die müssen dann passgenau oben wie an der Seite eingenäht sein, damit sie beim tragen spannen, bin aber keine Hosenexpertin. Dann werde ich mal sehen, wie es bei mir so näht;-))
    Lg Claudia

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