Dienstag, 5. Januar 2016

Mein langer Weg zu Esme

Der Esme Maxicardigan von Named Patterns hat mich bei so vielen Bloggerinnen begeistert, dass ich unbedingt einen langen Cardigan mit Innen-Nahttaschen nähen wollte. Ich war mir jedoch sicher, dass ein gerade geschnittener, überdimensionierter, langer Cardigan mit überhängenden Schultern wie Esme meiner Figur nicht schmeicheln wird. Ich suchte also nach einem Schnittmuster, das dem Esmes ähnelt aber ein wenig tailliert ist und schmale Schultern besitzt.

Ich habe kein passendes gefunden, so dass ich aus lauter Verzweiflung den Schnitt von einer gekauften Strickjacke abgenommen habe. Mein Vergleich mit Esme zeigte keine großen Unterschiede, was an meiner Schnittabnahmetechnik liegen muss, da der gekaufte Cardigan mit Esme wenig gemeinsam hat.

Ich entschied mich Esme zu nutzen, weil ich meiner Schnittabnahme nicht traute und schnitt beherzt in einen Stoff, der aus Berlin von Thatchers stammt und mit Hilfe der lieben Wiebke den Weg nach Karlsruhe fand. Er wird/ist bei Mitgliedern der Me Made Mittwoch Crew vermutlich häufiger zu sehen sein (z. B. Monika).

Nach einigen Anpassungen und zwischenzeitlicher Verzweiflung, ist dies nun das Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin.


Der Cardigan wurde am 30. Dezember fertig, so dass ich ihn mit nach Mallorca nehmen konnte, wo ich Silvester gefeiert habe.


Eigentlich wollte ich ihn nur auf der Hinreise tragen. Für Mallorca hatte ich natürlich für jeden Tag ein Kleid eingepackt. Tatsächlich habe ich die gekaufte Hose und Esme an drei von fünf Tagen getragen, weil sie einfach so unkompliziert und schön ist.


Je nach Temperatur mit und ohne Schal und kurzzeitig musste ich sie sogar ausziehen, weil es zu warm war.


Die fünf Tage auf Mallorca habe ich unglaublich genossen. Es war schön, Meeresluft zu riechen, am Strand spazieren gehen zu können und alles ohne Winterjacke. 


An einem Tag bin ich sogar barfuß gelaufen und habe meinen Füßen ein kurzes Bad im Meer gegönnt - aber ich schweife ab.

Der Weg zu dieser Esme war jedoch lang. Das war meine erste Anprobe: die Länge, die Taschen und dieser Sack!


Von hinten gefiel sie mir auch nicht besser.


Eigentlich bestätigten sich alle meine Bedenken, die ich dem Schnittmuster gegenüber hatte: zu bollerig, zu unförmig, zu lang. Zunächst habe ich Esme deswegen um ca 15cm gekürzt, so dass sie nun am Knie endet. Dort enden auch alle meine Kleider und Röcke, so dass ich sie auch zu ihnen tragen kann. 



Insgesamt fand ich sie auch zu weit und unter den Armen zu bollerig. Zugeschnitten hatte ich Größe 36/38, da diese meinen Maßen entspricht, eine 32/34 hätte vermutlich gereicht. Unter dem Armen und an den Seiten habe ich deswegen radikal Stoff weggeschnitten. Dabei habe ich auch versucht, einen etwas schmaleren Ärmelansatz zu schneiden.


Für den Stoff hatte ich extra grünes Overlock- und Nähgarn gekauft, weil man die Nähte beim Tragen vermutlich ab und zu sehen wird. Zum Auftrennen war dies äußerst ungünstig, da ich den Faden kaum wiedergefunden habe. Um die Passform zu testen und die Naht besser trennen zu können, habe ich mit weißem Garn geheftet.



Beim Schneiden unter der Achsel war ich etwas zu großzügig. Die Armausschnitte waren nun etwas zu eng. Ich habe an dieser Stelle die Naht wieder so weit wie möglich an den Schnittteilrand verlegt. Kenntnisse in Schnittkonstruktion wären im Moment sehr von Vorteil. Mit ist klar, dass ich dem Schnitt damit ein Designelement genommen habe. Aber bei mir, mit Körbchengröße C und schmalen Schultern, war diese Weite unter den Achseln äußerst ungünstig.

Gestört haben mich auch die Taschenbeutel. Sie waren ausgesprochen unansehnlich. Zum einen klaffte die Öffnung weit auf, zum anderen waren sie bei jeder Bewegungen sichtbar.


Ich habe die Teilungsnähte also wieder geöffnet und so lang an einer der beiden Stofflagen gezogen bis der Öffnungsschlitz der Taschen eben auf dem Tisch lag. Unabhängig von der Form der Schnittteile an dieser Stelle, habe ich sie dann wieder zusammengenäht. Ein Schnittteil stand dabei am Ende um ca 1cm über.  Zusätzlich habe ich die Taschenbeutel mit der Hand angenäht, bin aber vor Silvester nicht ganz fertig geworden. Nun klaffen sie nur noch wenig.

Anstelle von Vlieseline habe ich die Taschenkanten mit einem Baumwollband verstärkt, das hier leider etwas unpassend heraussticht.
Den Saum sowie einen Teil des Abschlusses an der Vorderkante habe ich von Hand genäht. Ich finde, dass sich der Mantel sehen lassen kann und bin sicher, dass ich ihn häufig tragen werden. 


Auf Mallorca habe ich mich darin sehr wohl gefühlt.


 Hier noch einige Mallorca-Impressionen.





Kommentare:

  1. Liebe Nina, ich finde deinen Strickmantel sehr gelungen, der Stoff ist wirklich wunderschön (eine tolle Farbe ist das!), und die Passform hast du sehr zu deinen Gunsten geändert. Ich bin ja nicht so der Lemming, aber Esme spukt auch schon länger in meinem Kopf. Ich denke, ich werde mich daran versuchen, und da helfen mir alle Erfahrungsberichte weiter.
    Mallorca um die Zeit ist ja superschön. Beim letzten Bild musste ich sehr lachen! Ich habe mal auf Korsika - ungläubig, warum denn niemand diese leckeren Kaktusfeigen erntet - eine kleine Autopause gemacht und beherzt, also ohne Handschuhe, eine oder zwei Früchte geerntet. Um für den Rest des Tages mit der Pinzette die fiesen kleinen Stacheln herauszuziehen.... siehste mal, wie schlau ich bin. :-)
    Liebe Grüße und ein tolles Neues Jahr,
    Nastjusha

    AntwortenLöschen
  2. Dein Mantel ist doch noch sehr gut geworden. Ich hatte Esme gegenüber (und auch anderen Schnitten für Strickmäntel) auch so meine Bedenken und habe dann in der Knipmode 08/2013 einen sehr empfehlenswerten Schnitt für einen Strickmantel gefunden. Allerdings musste ich die Taschen selber reinbasteln, was nicht schwierig war (gezeigt habe ich den Mantel beim WSKA Finale).
    Ich kann mir vorstellen, dass der Mantel ideal für deinen Urlaub war. Sehr schöne Bilder!
    LG
    Susanne

    AntwortenLöschen
  3. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt. Dein Mantel sieht toll aus. Ich hab den Strickmantel aus dem EBook von ki-ba-doo genommen. Der fällt schmaler aus und den gibt es in 3 verschiedenen Längen. Esme will ich aber auch noch nähen.
    GlG Dana

    AntwortenLöschen
  4. Ich bin froh, dass du dir den Mantel so wunderbar angepassen konntest. Jetzt sieht er klasse aus und passt genau zu dir.
    Ich habe anfangs auch ein bißchen mit dem Esme gefremdelt, aber meine Tochter hat ihn mir so schnell ausgespannt und ich somit konnte ihn an ihr beobachten. Das half mir, mich mit der weiten, hülligen Passform anzufreunden.
    LG
    Wiebke
    LG
    Wiebke

    AntwortenLöschen
  5. Vor allem die Vergleichsbilder vorher und nachher zeigen, dass du den Mantel super optimiert hast. Und ob da jetzt etwas vom Ursprungsdesign verlorengegangen ist, ist doch nebensächlich; denn schließlich soll der Cardigan ja passend und vorteilhaft für dich sein und das ist er nun; gefällt mir sehrsehr gut.
    LG von Susanne

    AntwortenLöschen
  6. Ende gut, alles gut. Klasse , dass du jetzt einen schönen smaragdgrünen Strickmantel hast.
    Ich mag das Tragegefühl und auch die Optik von Esme ja sehr gerne.
    Und auch an dir gefällt es mir richtig gut.
    Auf Mallorca wäre ich jetzt auch sehr gerne.
    LG,
    Claudia

    AntwortenLöschen