Freitag, 6. November 2015

Ein Schal für den Winter und stricken in China

Wegen meiner Chinareise bin ich mit meiner Jacke für den Winterjacken-Sewalong 2015 seit dem letzten Treffen kaum weitergekommen. Damit mir bei zehn Stunden Flug und der ein oder anderen eintönigen Autobahnbusfahrt in China nicht langweilig wird, habe ich Wolle für einen Schal (Brigitte Sondermodell, gratis, Lana Grossa,  Schultertuch mit Pudelmütze und Armstulpen) zur Jacke mitgenommen. Dieser ist fertig!


Da die 300g Wolle, die ich gekauft hatte, nicht ausreichten, habe ich weitere 100g nachgekauft und ihn am letzten Wochenende fertig gestellt und bereits drei Mal getragen.


Wolle und der Rest!
Besonders liebe ich die Fransen. Ich habe für sie fast ein ganzes Knäuel benötigt. Damit sie alle die gleiche Länge haben, habe ich die Wolle um ein Buch gewickelt und an einer Seite aufgeschnitten.


 Für jedes Fransenbündel habe ich fünf Fäden abgezählt.


Die Enden des Schals bestehen aus zwei rechten und linken Maschen im Wechsel, so dass Rippen entstehen. Pro rechte Maschen-Rippe, habe ich ein Fransenbündel angeknüpft.


Dazu habe ich mit einer Häkelnadel durch eine Randmasche gestochen.


 Die Fransen in der Mitte gefasst und durch die Masche gezogen.


Durch die entstehende Schlaufe, habe ich die Franse gefädelt und festgezogen.





Nun habe ich also noch keine Jacke dafür aber einen wärmenden, schönen Schal, der zunächst auch zu einer gekauften Jacke passt, die ich bestimmt schon seit über zehn Jahren besitze.


Ich war überrascht, wie viel Aufmerksamkeit meiner Strickerei in China geschenkt wurde. Am Flughafen von Zhangsha, auf dem wir sechs Stunden Aufenthalt hatten bevor wir nach Shanghai weiterfliegen konnten, setze sich ein Mann neben mich und starrte auf meine Finger, um genau zu sehen, was ich mache. Leider konnte ich mich mit ihm nicht verständigen. 

Eine unserer Reiseleiterinnen fotografierte mich im Bus und schickte das Bild sogleich per "We chat" (chinesisches whats app) an Freunde. 

Eine andere Dolmetscherin kaufte sich auf einem Markt Wolle und Stricknadeln und strickte im Bus neben mir. Dabei konnte ich beobachten, wie in China gestrickt wird. Der Faden hängt einfach auf der rechten Seiten herunter und wird mit Hilfe der linken Hand jeweils um die Nadel gelegt, mit der gerade durch ein Masche gestochen wurde. Danach wird der Faden wieder fallengelassen. Es sieht ein wenig umständlich aus.

Das ursprüngliche Leben findet auf der Straße statt. In einem Ort strickte ein Frau vor ihrer Tür.


Kommentare:

  1. So, wie du es beschreibst, strickt man ich China also englisch-amerikanisch - spannend! Es wäre mal interessant zu wissen, ob China eine eigene Strick-Geschichte hat, oder ob die Technik aus dem Westen importiert wurde, und wann das war.

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    1. Ich habe tatsächlich versucht mehr über die Geschichte des Strickens in China herauszufinden. Da ich aber nach zwei Stunden nicht erfolgreich war und Zeit knapp bemessen ist, habe ich es aufgegeben. Fand die Frage aber auch spannend. LG und bis Freitag! Nina

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  2. Schöner Bericht und tolles Foto (vor allem die "Blende mit all dem Spuren der Essenbereitung hat eine tolle ästhetische Qualität...).
    Da ich mich auch nicht erinnern kann, jemals ältere gestrickte Textilien aus China gesehen zu haben, habe ich gerade etwas gesucht und diesen Blogbeitrag gefunden:
    http://knittingkninja.com/2009/07/15/detective-work/
    Und ein grauer Wollschal gehört in jeden gutsortierten Haushalt. Schön ist deiner geworden!

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  3. Toller schal, das ist ja interessant mit der strickart, eine freundin strickt die linken madchen so.
    Ich finde solche begegnungen wunderbar bereichernd.
    Lg Sybille

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  4. Ich finde das Muster des Schals ganz wunderbar, bin aber auf der Brigitte - Seite nicht fündig geworden. Kannst Du mir vielleicht weiterhelfen?!
    Viele Grüße und Danke schon einmal

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    1. Im Text oben ist ein Link, der direkt zum PDF mit Anleitung führt: erster Absatz," Schultertuch mit Pudelmutze" anklicken. Viele Grüße, Nina

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