Freitag, 1. August 2014

Kleider verschenkt und nähen im Hause Kleidermanie

Wenn ich nicht wahrhaben möchte, dass mir ein Kleid nicht passen wird, nähe ich es zuende, schneide alle Fäden ab, ziehe es an und gucke in den Spiegel, der sagt, dass es nicht passt. Ach so, wie überraschend. Das ist aber nicht das Ende des Kleides. Ich habe viel Zeit mit ihm verbracht, in der es mir ans Herz wächst und ich kann es deswegen auf keinen Fall einfach entsorgen. Das Kleid wandert also zunächst in den Schrank in dem auch ohne ein weiteres Kleid nur noch wenig Platz ist. Ab und zu nehme ich es heraus, ziehe es an, stelle mich vor den Spiegel, und? Nun ja, genau, es passt immer noch nicht, weil das Kleid nämlich in der Regel nicht zu eng ist und ein oder zwei Kilo weniger helfen könnten, sondern es passt einfach nicht zu meiner Figur. So erging es meinem ersten Tiramisu, das heute eine glückliche Trägerin gefunden hat:


Ich freue mich sehr, dass das Kleid N. gefällt und finde, dass es ihr hervorragend steht. Bei mir hing das Taillenband immer noch halb über der Brust, wenn ich es bereits nach unten gezogen hatte, so dass sich die Armausschnitte zu mittelgroßen Löchern unter den Achseln ausdehnten. Wie viele andere Näherinnen müsste ich das Oberteil vermutlich um 5 cm verlängern damit das Band in die Nähe der Taille rutscht. Bei N. sitzt das Kleid perfekt und sie sieht sehr hübsch darin aus.
Das zweite Kleid ist zunächst zur Probe mitgenommen worden. Ich hatte das Kleid mit grünen Blümchen nur zwei Mal an und dabei immer wieder an ihm gezogen, weil auch hier das Taillenband viel zu hoch sitzt. Mir gefällt das Kleid wahnsinnig gut aber es passt einfach nicht und lässt sich auch nicht mehr ändern. Ich gespannt wie sich J. entscheidet.

Der eigentliche Anlass für den heutigen Besuch von drei Freundinnen waren jedoch nicht die beiden oben erwähnten Kleider - mit denen habe ich sie eher überrascht - sondern das Nähen. Zwei von ihnen habe sich heute an ihr erstes Nähprojekt gewagt. 

Nach einem sehr entspannten Frühstück auf dem Balkon wurde in den folgenden sechs Stunden konzentriert zugeschnitten, Nadeln gesteckt, genäht und die ersten Glücksgefühle stellten sich beim Versäubern mit der Overlock ein. Gut, ganz so glatt lief es nicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den Faden in eine alte Pfaff einzufädeln, konnte mit dem eigentlichen Nähen erst mit einiger Verzögerung begonnen werden. Auch wurde die ein oder andere Naht wieder aufgetrennt, Nadeln neu gesteckt oder gerade als man das Gefühl hatte: nun läufts, nähte man bereits seit 25cm ohne Unterfaden.


Am Ende waren aber alle glücklich. Entstanden sind ein Pucksack für das erste Baby von A. und N. nähte ihren ersten Rock. J. ist leider nicht fertig geworden. Sie kam mit bereits zugeschnittenen Teilen für das Carmenkleid aus der Juli Burda an. Weil sie aber den Nähanfängerinnen zunächst zugesehen und ihnen geholfen hat, ist sie mit ihrem eigenen Projekt nicht so richtig weit gekommen. Ich war von ihrem Projekt sehr beeindruckt, da sie erst seit wenigen Monaten näht und sich an einen hauchzarten, flutschigen Chiffonstoff gewagt hat. Ich hätte ihr sehr gerne geholfen oder ein wenig mehr über die Schulter gesehen, war aber mit der Hilfestellung für die beiden anderen vollkommen ausgelastet. Weil ich damit gerechnet hatte, dass ich vor allem den beiden Anfängerinnen helfen werde, hatte ich mir nur ein ausgedrucktes Schnittmuster, das zusammengeklebt werden musste, bereitgelegt. Ich bin aber gerade mal dazu gekommen, es auf dem Boden auszubreiten.

A. und der Pucksack - sie strahlt!

J. und das Oberteil des Carmenkleides mit genähten Trägern

N. und ihr erster Rock
Ich hoffe und denke, dass alle drei viel Freude an ihren neuen Kleidungsstücken bzw. dem Pucksack für den Säugling haben werden und sie sich nicht zu Stücken entwickeln, die das Sonnenlicht nicht sehen wie mein Tiramisu und Kleid mit grünen Blümchen. Ich bin gespannt, ob sie das Nähfieber gepackt hat.

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