Sonntag, 10. November 2013

Der lange Weg zu einem Wintermantel

Verliebt hatte ich mich sofort als ich den Mantel in der burda MODEN vom Februar 1967 sah. Es war jedoch Frühling und nicht die richtige Zeit für einen warmen, kuscheligen Mantel.

Auch meine Nähkenntnisse sind nicht unbedingt ausreichend, um einen ersten Mantel nach einem Vintage-Schnitt zu nähen, dessen Anleitung sich in einigen kryptischen Worten erschöpft.

Das Kostüm Sew Along hat mir so viel Spaß gemacht und ich bin auch ein wenig Stolz auf meine Leistung, dass ich mich nun an diesen Mantel wage.

Die Schnittteile waren relativ schnell kopiert. Vermutlich der einfachste Arbeitsschritt. 
Da ich nun wirklich nicht weiß, ob am Ende des Projekts ein tragbarer Mantel entsteht, habe ich mich für einen günstigen Stoff entschieden, der noch im Schrank lag. Aus ihm habe ich schon den zunächst ungeliebten Hollyburn genäht. Auch wenn der Stoff auf den Fotos recht grau aussieht, ist er eigentlich grün/grau.

Der Stoff hat den Nachteil, dass der Wind mit Sicherheit einfach durch ihn hindurchweht. Vom Kostüm Sew Along wusste ich, dass es eine aufbügelbare Gewebeeinlage gibt, mit der man den Stoff etwas fester und dichter macht. Beim örtlichen Stoffhändler wurde ich fündig geworden. Auf der Suche nach einem wärmenden Zwischenfutter bin ich immer wieder auf Thinsulate gestoßen. Das habe ich nun bestellt und versucht einzunähen.

Catherine hat für das Kostüm beim Sew Along einen flutschigen Futterstoff empfohlen. Bei meinem grauen Kostüm habe ich mich nicht daran gehalten. Die stumpfe Baumwolle stört mich nicht aber das rote Kostüm mit dem "Flutsch-Futter" sitzt doch etwas angenehmer. Für den Mantel habe ich deswegen ein bordeauxrotes Satin Futter bestellt.

Nach der ersten Anprobe habe ich bemerkt, dass die Ärmel zu kurz sind. Ich könnte sie mit Mantelstoff verlängern. Entschieden habe ich mich aber für (Sweat)Bündchen, die aus dem Ärmeln vermutlich 10cm hervorsehen werden. Sie haben den selben Grünton wie der Mantel und gefunden habe ich sie auf dem Stoffmarkt, der vor einigen Wochen in Karlsruhe war. Ich weiß, das ist nicht ganz stilecht. In den Sechziger Jahren trug man vermutlich Handschuhe zu dem Mantel.

So sieht er nun aus. Beschäftigt habe ich mich sicherlich 30 Stunden damit. Ich hoffe, dass er tragbar wird. Catherine hat gerade einen Mantel an einigen Abenden in der Woche genäht. Respekt.

Kommentare:

  1. da bin ich gespannt wenn er fertig ist. Das Foto vom Heft sieht toll aus. Am Bügel noch etwas verwurschtelt. Ich trage nach wie vor gerne Baumwolle als Futter, bei meiner Cordjacke sogar Flanell, weil es weg mußte, und bin sehr zufrieden. Kostümjacke ist auch Flutschifutter, aber das mag ich gar nicht. Ich überlege gerade, wie du das Vlies eingenäht hast? Bei meinem letztjährigen Wintermantel habe ich so ein Wollvlies genommen, das habe ich mit dem Futterstoff zusammen abgesteppt, so war es praktisch eine wattierte Baumwolle, die ich als Futter vernäht habe. Bei meiner Cordjacke war ich zu faul, was sich auch glatt gerächt hat.
    lg monika

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  2. Ich bin ja schon sehr gespannt, wie der wird, auf dem Foto gefällt er mir auch sehr gut. Mantel nähen, davor hab ich sooo Respekt! Ich wümsch dir weiterhin gutes Gelingen!
    LG von Katharina

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