Mittwoch, 22. März 2017

Tuuli III hängt selten im Kleiderschrank

Selten hat mich ein Schnittmuster so überrascht wie dieses. Als die Evolution Theory Kollektion von Named Clothing Patterns im Herbst veröffentlicht wurde, sah ich das Kleid "Tuuli" und fragte mich, wer so etwas tragen kann. Selbst das Model sah in dem Kleid nicht gerade vorteilhaft aus.


Bei Instagram sah ich dann dieses und war total hingerissen. Ich recherchierte ein wenig im Netz und entschied, dem Schnitt eine Chance zu geben, kaufte nachts das pdf, schickte einen Auftrag zum Plotten und zwei Tage später lag das Schnittmuster in meinen Händen.

Trotzdem war ich nicht restlos überzeugt, so dass ich den Schnitt zunächst in einem flutschigen Viskosejersey nähte, den ich in meinem "kleinen" Stofflager fand und an dem mein Herz nicht sonderlich hängt. Das Ergebnis überzeugte mich endgültig. Allerdings musste ich feststellen, dass der Rock für den Viskosejersey etwas schwer ist.

Dies Kleid ist nun bereits das dritte Tuuli, das ich genäht habe aber das erste, das ich hier auf meinem Blog zeige. Genäht habe ich es in einem weichen Baumwolljersey, den ich vor einigen Wochen am Maybachufer in Berlin gekauft habe. Er ist für das Kleid perfekt.

Am Maybachufer hatte ich den Freitagmarkt verpasst, weil ich erst am Abend in Berlin ankam. Dafür war ich am Samstag dort und fast ein wenig froh darüber, weil der Markt erheblich entspannter ist als am Freitag. Es ist nicht so entsetzlich voll, es gibt allerdings auch den ein oder anderen (Stoff-)Marktstand weniger. Die anwesenden haben mir jedoch voll und ganz ausgereicht, um neunzig Minuten beglückt über den Markt zu laufen. Alleine die Gerüche nach Gewürzen aus aller Welt - aber vor allem der nach Basilikum - haben mir gefehlt, denn samstags stehen die Stoffstände zwischen Kunsthandwerk und das Gemüse fehlt.


Tuuli ist ein Jerseykleid, das innerhalb weniger Stunden genäht ist. Alleine der Ausschnitt hat mir einige Sorgen bereitet. Er soll mit einem Beleg verstürzt werden und das ist mir noch nie faltenfrei gelungen. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Art von Beleg immer wieder auf die Außenseite krabbeln will. Ich habe deswegen das Oberteil komplett gedoppelt. Den Ausschnitt habe ich bei beiden Teilen zusätzlich mit dehnbarer Einlage bebügelt, so dass er nicht ausleiern kann.


Anders als im Schnittmuster vorgesehen habe ich das Vorderteil im Bruch zugeschnitten und auch den Beleg - den es bei mir nicht gibt - nicht festgesteppt. Vielleicht sollte ich ein viertes Kleid in uni nähen und die Wirkung der Nähte testen. Stoff hätte ich und ein viertes möchte ich auf jeden Fall, da zwei meiner drei kaum den Weg in den Kleiderschrank finden, weil ich sie im Wechsel ununterbrochen trage.
Die Suche nach einem gemusterten Stoff auf dem Stoffmarkt in Ludwigshafen blieb zudem ergebnislos.


Den Gürtel habe ich ergänzt. Die Schnalle stammt vom Nähkontor in Berlin. Nina bietet dort zahlreiche alte Gürtelschnallen an, die man aber erst entdeckt, wenn man in einem der hinteren Räume Richtung Decke guckt, da sie dort an der Wand hängen. Ich sah diese und war von der Farbe fasziniert. Dass ich sie nur drei Wochen später bereits an einem Kleid tragen würde, konnte ich allerdings nicht ahnen.


Der Rock besteht aus einem Rechteck, das in regelmäßige Falten gelegt wird. Die Falten schmiegen sich sehr schön an den Körper.


Wer seine Kleidung lieber etwas körperferner trägt als ich, der sollte bei dem Schnitt eine Nummer größer wählen. Ich habe mich nach den Angaben gerichtet. Es passt. Ist aber auch hauteng. Da die pdf-Schnittmuster von Named nur einen Zentimeter Nahtzugabe enthalten, hat man auch wenig Spiel, um nachträglich etwas zu ändern.

Olli danke ich für die schönen Fotos.
Wie bereits vor einem halben Jahr, waren wir nach einer Woche voller Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen letzten Samstag verabredet, um das gute Tageslicht zu nutzen und draußen Fotos zu schießen. Ein Blick aus dem Fenster ließ mich morgens jedoch stark zweifeln, dass schöne Fotos entstehen könnten, weil es in strömen regnete, kalt, nass, grau und dunkel war... Ich fuhr trotzdem nach Ludwigshafen und Olli überraschte mich mit einem kleinen Fotostudio im Keller. Mit zwei Scheinwerfern haben wir dem Wetter getrotzt und hatten viel Spaß.


Zusammenfassung: ein neuer Lieblingsschnitt!! Unbedingt und bedingungslos.
Geändert: Oberteil im Bruch zugeschnitten und um vier Zentimeter verlängert. Gürtel ergänzt.

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Wiebke in einem wunderschönen Karokleid bei herrlichstem Wetter vom Strand in Rügen, dessen Rock auch sehr schön in Falten gelegt ist. Diese Art von Rock gefällt mir im Moment ausgesprochen gut.

Mittwoch, 15. März 2017

Kleid nach einem Schnittmuster von Lena Hoschek

Ich habe selten so lange an einem Kleid genäht wie an diesem. Als die Burda im Oktober erschien, habe ich sie wegen des Schnittmusters für dieses Kleid sofort gekauft. Es handelt sich um einen echten Lena Hoschek Schnitt, der mir unglaublich gut gefällt. Begonnen habe ich quasi sofort als die Burda in meinen Händen lag dann hat es aber bis zum vorletzten Wochenende gedauert bis das Kleid fertig war.


Recht schnell hatte ich das Schnittmuster kopiert und das dafür notwendige Material zurecht gelegt. Vom Stoffmarkt hatte ich mehrere Meter dünnen Wollstoff zuhause, den ich für den Schnitt passend fand. Dazu ein Reißverschluss, Garn und Zierband für den Ausschnitt. Das Kleid hätte also nach einem Wochenende fertig sein können. War es aber nicht.


Vor dem Zuschnitt nähte ich ein Probemodell des Oberteils. Es passte. Da es aber recht weit ausgeschnitten war, verkleinerte ich den Ausschnitt beim Zuschnitt indem ich oberhalb ca 3 cm hinzugab. Das würde ich bei einem zweiten Kleid nicht mehr tun. Das Kleid sieht jetzt dadurch recht bieder aus.


Den Ausschnitt fasste ich nicht mit dem zurechtgelegten Samtbändchen ein, sondern kaufte hellblaue Spitze. Der Stoff hat ein winziges Karomuster, dessen helle Kästchen bei genauem Hinsehen blau sind, so dass die Spitze gut passt. 
Das Oberteil ist komplett gedoppelt, so dass ich das Bändchen in den beiden Stofflagen zwischengefasst habe. Das hat eine ganze Weile gedauert. Besonders die Ecken habe ich mehrmals wieder geöffnet bis ich zufrieden war.


Leider stellte ich anschließend fest, dass ich mir das Probemodell hätte sparen können da ich jede Menge Luft an den Prinzessnähten hatte und diese oberhalb der Brust wieder aufgetrennt habe. Was für ein Gefriemel... Im Moment werfen die Stellen noch ganz leichte Falten. Ich hoffe sehr, dass sich der Stoff  nach der ersten Wäsche entspannt und diese verschwinden.


Zunächst hatte ich überlegt, einen Gürtel zu nähen und eine Gürtelschnalle zu beziehen. Letztlich habe ich mich aber für eine grau-marmorierte Gürtelschnalle und ein gestreiftes Gummiband entschieden. Die Kombination nimmt dem Kleid ein wenig die Strenge. Allerdings überlege ich, ob ich die Gürtelschnalle gegen eine bezogenen austausche.
Die Knöpfe habe ich mit Hilfe eines Systems von Prym bezogen, für das man keinen Hammer benötigt, was mir sehr entgegen kommt, da ich mit ihm bereits so manches Mal das Werkzeug zerstört habe. Auch sahen alle Knöpfe sehr ordentlich aus.


Der Stoff wird in die durchsichtige Plastikform gelegt, der Stoff darauf und der Knopf mit Hilfe der kleinen, blauen Plastikscheibe angedrückt. Die Plastikscheibe wird wieder entfernt, der Stoff mit Hilfe einer kleinen Schere in den Knopf geschoben. Nun nutzt man wieder die blauen Plastikscheibe, um das "Innenleben" des Knopfes mit dem ganz rechten Teil zu verschließen. Durch ein deutliches "Plopp", weiß man am Ende, dass man genug gedrückt hat und der Knopf fertig ist. Perfekt. So einfach.

 
Die Entscheidung für die Knöpfe hat auch einige Zeit in Anspruch genommen, während der das Kleid unfertig auf einem Kleiderbügel hing.

Obwohl das Kleid sehr körpernah geschnitten ist, ist es sehr bequem. Mein Stoff ist leicht - ganz leicht - dehnbar. Das tut dem Gefühl wohl recht gut. An der hinteren Armkugel staucht der Stoff ein wenig. Leider weiß ich nicht woran das liegt. Vermutlich an einer Eigenart meines Körpers, da die Falte bei vielen Kleidern entsteht, wenn ich die Arme hängen lasse.


Ich vermute, dass ich die Weite, durch die die Falte entsteht, aber brauche, um die Arme zur Seite und nach vorne bewegen zu können.


Insgesamt gefällt mir das Kleid gut. Ich bin trotzdem gespannt, wie häufig ich es tragen werde. Gestern habe ich es zum ersten Mal während der Arbeit angehabt. Gesagt hat niemand etwas. Entweder hat das Kleid nicht gefallen oder meine (zahlreichen) KollegInnen sind meine Kleider so gewöhnt, dass ein neues, zudem in dezentem Grau-Braun, nicht mehr auffällt.


Ich kann mir das Kleid auch noch aus einem dunkelgrünen Samtstoff oder auch einem sehr farbenfrohen Blumenstoff vorstellen. Da man aber einige Meter benötigt, habe ich bisher keinen passenden. Leider habe ich vergessen nachzumessen, wie viele Meter ich benötigt habe. Ich vermute 3m: 2x die Rocklänge + 1x die Länge des Oberteils + 1x Ärmellänge. Burda gibt mehr an.

(Streng gucken kann ich...)

Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Sybille in ihrer neuen Latzhose, die sie am Wochenende beim Me Made Mittwoch Blogteam-Treffen in Bielefeld genäht hat. Leider habe ich kaum Fotos gemacht. So kann ich hier nur schreiben, dass wir sehr viel Spaß hatten, am Samstag einen Ausflug zum Stoffschrottplatz in Münster unternommen haben (wo wir zu meiner großen Freude Yvonne und Mema getroffen haben), viel gelacht, geplant, geredet, genäht und auch extrem gut gegessen haben. Wir haben einige neue Ideen für den MMM, sind aber alle der Meinung, dass es ihn weiterhin jeden Mittwoch geben muss und freuen uns auf die Zukunft.

Wir sind nun sechs: Claudia, der ich für die große Gastfreundschaft und das gute Essen danke, Dodo, Katharina, Sybille und Wiebke und ich werden den MMM weiter begleiten. Sehr schön wars am Wochenende mit euch!!!!

Mittwoch, 8. März 2017

Seamwork - Ida

Dieser Post ist zunächst auf dem Me Made Mittwoch Blog erschienen und wird hier veröffentlicht, weil mein Blog für mich auch zur Dokumentation meiner Nähprodukte dient.

Herzlich willkommen zum Me Made Mittwoch am Weltfrauentag!

Einen Tag nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten in den USA demonstrierten hundertausende von Frauen in Washington und vielen anderen Städten gegen Sexismus und Rassismus. Dabei trugen die meisten Frauen rosa oder pinke Pussy Hats. Die Bilder von diesen Demonstrationen lassen mich seitdem nicht los.


Wir sollten den heutigen Weltfrauentag nutzen ebenfalls mit diesem sehr friedlichen Mittel Protest anzumelden und damit die Umsetzung der Gleichstellung der Frau anzumahnen.

Pink und Rosa sind traditionell "Mädchenfarben". Handarbeit ist ebenso traditionell weiblich besetzt und wird manches Mal belächelt. Der Pussy Hat ist deshalb ein ironisch freches Statement, mit weiblichen Mitteln gegen diejenigen zu protestieren, die sich das Recht nehmen, Frauen als Sexobjekte zu betrachten und sie nicht als gleichwertige Partner anzusehen.

Mehr Hintergrundinformationen zur Gleichberechtigung könnt ihr hier nachlesen:  "3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland". Es wird Zeit, dass sich etwas ändert! Und das geht nur mit dem dafür nötigen Bewusstsein.

In den allermeisten Städten finden anlässlich des Weltfrauentages Aktionen statt. Bestimmt auch in deiner Stadt. Die Pussy Hats sind dabei ein kleiner Beitrag, Bewusstsein für die Situation der Frauen zu schaffen.

Die Entscheidungen des neuen Präsidenten der USA lassen mich zudem mit einiger Besorgnis in die Zukunft blicken. Ist Donald Trump erst knapp sieben Wochen im Amt, ließen sich bereits mehrere abendfüllende, unterhaltsame Spielfilme über diese Zeit drehen, die nicht vermuten ließen, dass sie auf Tatsachen beruhen.


Hier geht es aber heute, wie jeden Mittwoch, um selbstgenähte Kleidung.

Ich habe zum ersten Mal ein Kleid aus dem Seamwork Magazine genäht. Seamwork ist ein online Magazin, das monatlich für 6 Dollar erscheint, von Colette herausgegeben wird und neben Nähtechniken und Schnittmustern auch Stylingtipps enthält. 


Ich habe für dieses Kleid das Schnittmuster "Ida" verwendet, das man auch als Einzelschnitt erwerben kann und war von dem Ergebnis sehr positiv überrascht. Colette hatte mit seinem letzten Schnittmuster "Rue" für einigen Ärger gesorgt, da das Kleid den allermeisten Frauen nicht passte und auch die ansprechenden Beispiele aus dem Internet vermuten ließen, dass die Näherinnen, anpassen mussten, denn es sah extrem unterschiedlich aus. Colette überarbeitete daraufhin das Schnittmuster und entschuldigte sich bei ihren Kundinnen.


Ida ist eigentlich ein Sommerkleid, denn es hat kleine Flügelärmel. Da es aber immer noch verdammt kalt ist und ich den Schnitt unbedingt ausprobieren wollte, habe ich lange Ärmel ergänzt.


Dazu habe ich das Ärmelschnittteil vom Kleid "Aldaia" von Pauline Alice genutzt und es verlängert.
Erfreulicherweise passte die Armkugel in das Armloch von Ida. Falls ich ein zweites Kleid nähen sollte, würde ich das Oberteil am Ausschnitt etwas verbreitern. Das ist um so erstaunlicher, da ich relativ schmale Schultern habe. Es geht aber auch so.


Besonders gut gefallen mir die kleinen Einsätze auf der Schulter.

Sie sind erstaunlich einfach zu nähen, da es sich einfach um gedoppelte Dreiecke handelt. Das ist sicherlich eine Ausschnittversion, die ich noch häufiger nutzen werde, da sie mir sehr gut gefällt.



Damit die Taillennaht in der Taille sitzt, habe ich das Oberteil um mindestens 4 Zentimeter verlängert. Vermutlich soll sie höher sitzen, mir gefällt das Kleid aber so besser. Den Gürtel habe ich ergänzt, er gehört nicht zum Schnittmuster.

Entstanden ist ein Kleid, das ich bereits mehrmals getragen habe. Es durfte sogar am vorletzten Wochenende mit nach Berlin. Ein Kleid, das ich auf einen Städtekurztrip mitnehme muss mir gefallen, denn ansonsten bleibt es zuhause. Es ist also eine Auszeichnung, reisen zu dürfen.


Genäht habe ich das Kleid aus einem romanitartigen Strukturstoff von Marc Aurel, den ich im Herbst beim Fabrikverkauf in Verl gekauft habe. Das ist bereits das dritte Kleid aus diesem Stoff. Ich hatte also einige Meter davon... Nun ist er aber so gut wie vernäht.

Richtig kleidsam ist die Mütze nicht, als verbindendes Symbol des Protests finde ich sie jedoch großartig.
Rumpelstilzchen oder eine der sieben Zwerge?


Ich wünsche mir zahlreiche Pussyhats, die neben selbstgenähter Kleidung selbstbewusst gezeigt werden. Leider muss ich an dieser Stelle noch kurz an unsere MMM Regeln erinnern: Accessoires - wie der Pussyhat - dürfen leider auch heute nur im Rahmen eines Gesamtourfits gezeigt werden.

Aus den Regeln: "Der Me-made-Mittwoch dreht sich um selbstgemachte Kleidung für Erwachsene. Accessoires dürfen gerne im Rahmen eines selbstgemachten Gesamtoutfits gezeigt werden. Einzelne Mützen, Loops oder Taschen sind jedoch nicht das Thema des MMM."

Vorhang auf!

Mittwoch, 1. März 2017

Burda überrascht mich immer wieder

Mein neues Lieblingskleid habe ich in dunkelblauem Wollstoff nach einem Schnittmuster aus einer etwas älteren Burda (09/2007, Modell 111) Ausgabe genäht.


Dabei handelt es sich um ein Shift- oder Etuikleid mit interessanten Abnähern, dem man nicht ansieht, dass der Schnitt bereits zehn Jahre alt ist.


Von der Burda hatte ich nur das Schnittjournal. Die kleinen Vorschaubilder finde ich nicht wirklich aussagekräftig, da man aufgrund der Farbe bzw. des wilden Musters kaum etwas vom Schnitt sieht, die technische Zeichnung fand ich hingegen so vielversprechend, dass ich mich für das Schnittmuster entschied.


Besonders gut gefällt mir der Gürtel. Wie man oben erkennen kann, wird er nicht als gerader Streifen Stoff zugeschnitten sondern in einem Bogen, so dass er sich wunderbar an den Körper anlegt. Das Schnittteil habe ich bereits für drei weitere Gürtel verwendet und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


Für den Gürtel habe ich zum ersten Mal eine Gürtelschnalle mit Stoff bezogen. Eigentlich ist das der falsche Ausdruck da der Gürtelrohling mit Stoff beklebt wird. Auf den folgenden Bildern kann man das Vorgehen sehen. Den Dorn habe ich anschließend wieder entfernt, da ich die Wahl der richtigen Ösengröße für den Dorn sowie das Einschlagen derselben schwierig finde und mit dem Ergebnis selten zufrieden bin.


Mein Gürtel wird einfach durch die Schnalle geschoben. Damit er an der Seite nicht runterbaumelt habe ich zusätzlich eine kleine Schlaufe genäht.


Die Gürtelschnallenrohlinge in unterschiedlichsten Größen gibt es entweder bei Poppy Ray über Dawanda oder bei Nina im Nähkontor in Berlin. Bei Poppy Ray erhält man neue Rohlinge, die sie in den USA bestellt. 


Die Packung enthält neben dem Rohling eine passgenaue Klebefolie mit der der Stoff auf den Rohling geklebt wird. Bei Nina im Nähkontor gibt es alte Rohlinge für die man zusätzlich doppelseitiges Klebeband benötigt damit der Stoff hält. Ich habe am Montag in Berlin einige Rohlinge gekauft, die ich testen und innerhalb der nächsten Wochen hier vorstellen werde.


Wie so oft habe ich das Oberteil in 38 zugeschnitten und an der Hüfte die Größe 40. In der Taille habe ich nach der ersten Anprobe an allen Nähten ca einen Zentimeter herausgenommen, also ca acht Zentimeter - das klingt nach sehr viel und das Nähen ist schon eine Weile her, dennoch bin ich mir relativ sicher - damit das Kleid wirklich körpernah sitzt.

Weil ich gefütterte Kleider lieber mag und finde, dass sie besser fallen, wenn sie ein Futter besitzen, habe ich auch dieses Kleid mit einem Rest Baumwollstoff im Oberteil und Futterstoff im Rockteil gefüttert. Dafür habe ich das mittlere Schnittteil an der Taillennaht zerschnitten damit sich der nicht ganz so flutschige Baumwollstoff wirklich nur im Oberteil wiederfindet und das Rockteil aus Futterstoff besteht, der über eine Strumpfhose rutscht und nicht klebt. An der technischen Zeichnung oben kann man erkennen, dass das mittlere Schnittteil eigentlich bis zum Saum führt. 



Das Kleid ist seit vier Wochen fertig und wurde bereits einige Male getragen, entweder wie auf den Fotos mit einem Rollkragenshirt oder mit einem Ringelshirt mit rundem Ausschnitt. Beides macht sich gut und ich fühle mich den ganzen Tag über damit gut angezogen.


Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute Mema in einem ganz phantastischen Elisalex von By Hand London. Ein wunderbarer Schnitt! Ich weiß wovon ich rede, weil ich ihn am kommenden Mittwoch, dem 8. März zeigen wollte, wenn ich die Teilnehmer beim MMM begrüßen werde. Sie hat also wirklich eine gute Wahl getroffen. Nur ich muss mir jetzt etwas anderes überlegen, wenn ich vermeiden möchte, dass das selbe Schnittmuster an zwei aufeinander folgenden Mittwochen den MMM eröffnet.

Freitag, 24. Februar 2017

Mode im ... März 1973

"Eine Mode, die jung und schön macht" - aha, so einfach ist das!